Angst oder Liebe?

Halte inne, erkenne und wähle neu

 

Aus früheren Zeiten habe ich eine alte Auflistung gefunden. Sie zeigt, was ich damals nicht (mehr) wollte, was ich ablehnte, was anders sein sollte:

 

"Was möchte ich aus meinem Leben entfernen, aufgeben, loslassen, erkennen, transzendieren?

 

Fleisch essen, Sucht-Fernsehen, Sucht-Essen, altes Verkrustetes, alles Behindernde, negatives Denken, Beeinflussbarkeit bzgl. allem Negativen, alte Gedankenmuster, Begrenzungen, Einengungen, alle Verstrickungen, alles Karma, überholte Vorstellungen, Erwartungen, Scheinheiligkeit, Angst, Kummer, Unstimmigkeiten, alte Gewohnheiten, Urteile, Vorurteile, Verurteilungen, Sorgen, mein Sorgen-Macher-Programm, Zweifeln, meine rosarote Brille, Unklarheit, meine Zurückhaltung, Einsamkeit, Streit, Traurigkeit, allen Mangel, allen Schmerz, alle Blockierungen, alles was in Unfrieden ist, alles Klagende und Jammernde, alle Unakzeptanz dessen was ist, allen Kampf, mein unbegründetes Misstrauen, Argwohn, meinen Geiz, mein Mir-nicht-gönnen, alles was nicht Liebe ist, Krankheit, Unzufriedenheit, Depression, Unzulänglichkeit, das Gefühl der Wertlosigkeit, den Schatten, Miesmacherei, Angstmacherei, alles „sollte/sollte nicht“, alles „müßte“, alles „kann nicht“, „darf nicht“, “muß“, alle Grenzen, Unbewusstheit, alle Identifizierungen, Verantwortungslosigkeit, Opferdenken, alles Schwere, unheil sein, Festhalten an Vergänglichem, meine Suche – nach was auch immer, unbewusstes Sein, Unfreiheit, Gier, haben wollen, Anstrengung, Versteckspiel, Bemühungen, meine Verkleidung, Energieverlust, meine verschiedenen Rollen, das Spiel des Vergessens, Machtlosigkeit, Glaubenssysteme von Anderen.“

 

Wow – eine lange Liste. Schattenthemen, all das Zeug, das man nicht will. Das alles „bearbeiten, um es letztendlich loszuwerden?“, was für ein Stress! Was habe ich mir nur dabei gedacht?

 

 

Der 2. Teil meiner Notizen:

 

"Was möchte ich in meinem Leben verwirklichen?

 

ICH BIN, Totalität, universelle Liebe, Einheit, Klarheit, Bewusst-Sein, Erlösung aus der Dualität, Aufwachen, Vertrauen in meine Führung, Fülle, Freude, Ekstase, Frieden, Freiheit, Leichtigkeit, Loslassen, Hingebung, Erkennen, meine Gefühle wahrnehmen, meinem Gefühl vertrauen, meiner Intuition vertrauen, Allgegenwärtigkeit, Erwachen aus Raum und Zeit, Licht aller Lichter, Gesundheit an Körper, Geist und Seele, Freiheit von Involvierung und Identifizierung, Akzeptanz, grundlose Freude, sehen, was ist, ohne zu reagieren, Bewusstsein sein“

 

Puh, das sind zum Glück schon weniger Punkte. Aber was für welche! Was für hohe Anforderungen an mich selbst! Was für ein Druck! Wollen, Wollen, Wollen. Da ich etwas will, heißt das: Ich glaube dem Gedanken, es   j e t z t   nicht zu haben. Also Mangeldenken.

 

Na Bravo. Das eine lehne ich ab, das andere will ich. Das alte Spiel.

 

 

Meine Sicht heute

 

Integrieren kann ich diese „Schattenanteile“ erst, wenn sie mir bewusst sind. Wenn sie da sein dürfen. Wenn ich bereit bin, sie anzuschauen, sie sogar willkommen zu heißen.

 

Denn sie gehören zu uns. Zu unserem Potential. Sie sind nur die eine Seite der Medaille. Wüßten wir nicht um Begrenzung, wie sollten wir dann wissen, was Freiheit ist? Was wäre Freude ohne Traurigkeit? Gesundheit ohne Krankheit? Leichtigkeit ohne Anstrengung? Loslassen ohne Festhalten? Das eine wäre ohne das andere nicht in unserer dualen Welt.

 

 

Alles kann uns dienen

 

All das Zeug, was man gerne loswerden möchte, dient uns. All diese „negativen“ Erfahrungen sind in Wirklichkeit Meilensteine auf unserem Weg in ein bewusstes, glückliches und zufriedenes Leben. Einmal erkannt als zu uns gehörend, verinnerlicht und angenommen, haben wir nun die Wahl. Nun können wir agieren, statt nur zu reagieren. Reagieren heißt: Ich sehe, höre, rieche, spüre etwas – und sofort reagiere ich darauf mit Bewertung, Abwertung, Beurteilung, Verherrlichung, Freude, Angst, Verzweiflung, Ärger, Wut, Ablehnung, Selbstbewertung, Beklemmung … Ich reagiere entsprechend meinen Erfahrungen, meinem Wissen, meinen Vorlieben und Abneigungen, meinem Erlernten, meiner Erziehung …

 

Wir können uns entscheiden, welche Seite der Medaille wir jetzt erfahren möchten, ins Leben rufen, zum Ausdruck bringen.

Und schön langsam dämmert es uns, daß die meisten Probleme gar nicht in der Welt stattfinden, sondern in unseren Köpfen.

Vor diesem Hintergrund bekommen Sprüche wie „Willst du Recht haben, oder glücklich sein“ eine neue Bedeutung.

 

Entscheidend ist also nicht, was geschieht, sondern wie wir darüber denken, (beurteilen, verurteilen, bewerten, ablehnen …).

Entsprechend werden wir re-/agieren.

Können wir lediglich der Beobachter sein und das Geschehen neutral und wertfrei sehen –

oder verfallen wir wieder in blinden Reaktionismus?

Wir selbst haben allem die Bedeutung gegeben, die es für uns hat.

 

Jeder hat das gesamte Potential in sich. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir bewusste Entscheidungen treffen.

 

Ich wähle bewusst neu

 

Wofür entscheide ich mich?

Was rufe ich in mein Leben?

Worauf richte ich meine Aufmerksamkeit?

Wonach richte ich mich aus?

Schatten oder Licht?

Angst oder Liebe?

 

05.12.201

 

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