Wo zum Kuckuck ist "INNEN"?

Kurz und knapp:   Es gibt kein „Innen“.  Und es gibt kein „Außen“.

 

Wie oft hört man: Geh nach innen. Schau nach innen. Erinnere dich... Das habe ich selbst schon unzählige Male gesagt, gedacht, gehört. Nur eine Floskel?

Vielleicht hat man auch eine Ahnung, was damit gemeint sein soll. Aber:

 

WO ist „innen“?

 

Lasst uns das untersuchen.

 

Man kann mit seiner Aufmerksamkeit, mit seiner Wahrnehmung in seinen Körper gehen. Ich stelle mir also z.B. vor, ich bin jetzt in meinem Bauch und schau mal, was da so los ist. Ich kann dem Darm „Hallo“ sagen, ihn fühlen und ihn fragen, wie es ihm geht, was er braucht... Ich könnte jede einzelne Zelle besuchen... Ich kann also mit meinem Körper kommunizieren.

Ok. Das ist also eine Möglichkeit, nach innen zu gehen.

 

Der spirituell orientierte Mensch meint aber mit „nach innen gehen“ was anderes.

Meint er damit „in sein Herz gehen“, also in sein Herz-Chakra?

Oder Kontakt aufnehmen mit seiner Seele? - Wo ist die Seele?

Oder Gott zu begegnen? - Wo finde ich Gott?

Oder Engelwesen, Geistführer etc.? - Wo?

Oder das große Wissen anzapfen? - Wo? Wie?

Oder die Liebe finden in mir?

Oder was auch immer...

Sind es meine Gedanken? Mein Denken?

 

Wo zum Kuckuck ist dieses „INNEN“? Und wie komme ich da hin?

 

Ich suche und suche. Ich kann beim besten Willen kein "Innen" finden.

 

Vielleicht hilft es zu fragen: „Wer sucht denn eigentlich?“

Es ist mein Verstand. Er will's wissen. Er kommt damit nicht klar. Innen... – außen...

Das mit dem Körper versteht er ja noch. Aber was sonst sollte es geben? Wo ist denn da noch was, ein Raum, ein Zentrum, eine Instanz???

Das ist für den Verstand einfach nicht greifbar. Er streikt. „Lass mich in Ruh mit dem Schmarrn.“

Ich kann meinen Verstand noch so quälen – er findet nichts. Stress lass nach.

Ok. Ich lasse meinen Verstand einfach mal Verstand sein und verlange nichts Unmögliches von ihm.

Alles easy – du darfst dich ausruhen. Ich gönne dir RUHE.

 

 

Gegenwärtigkeit

 

Ich schließe meine Augen. Und mache – NICHTS.

Ich beobachte einfach, was jetzt da ist.

Wie eine, die ganz präsent ist und schaut, was da gerade abgeht.

Ohne zu bewerten, ohne Urteil, ohne benennen. Nur schauen.

 

Es ist gerade, als wäre ich (?) irgendwo im Kopf und als wartete ich auf einen nächsten Gedanken. Es kommt keiner. Da sind Ohrgeräusche. Auch manchmal Geräusche von der Straße oder vom Nachbarn. Da ist Wärme (von den Sonnenstrahlen). Mein Bewußtsein dehnt sich nun also weiter aus, erfaßt meinen Körper, meine Befindlichkeit. Da waren gerade Gedanken – ich bleibe bzw. komme aber zurück in meine Beobachterposition. Mein Geist beruhigt sich.

Ich fühle den Atem, spüre das Herz schlagen, der Körper bewegt sich, der Magen meldet sich (er hat heute noch nichts bekommen), ein Gefühl taucht auf...

 

All das geschieht – und ich registriere das einfach.

Und scheinbar geschieht es in mir. Es scheint, als wäre es etwas Inneres. Innere Wahrnehmung.

 

Aber es ist einfach das, was gerade geschieht.

Genauso wie das, was gleichzeitig im vermeintlichen Außen geschieht – das Treiben auf der Straße, der Wind bewegt die Bäume, Kinderlachen...

 

 

Wo ist da eine Grenze, eine Trennung zwischen innen und außen?

Der jetzige Moment – das was gerade IST– durchwirkt das Innere und das Äußere gleichermaßen.

Es ist dieselbe Energie. Kein Unterschied. Es ist nur eine Verschiebung unseres Focusses.

Das, auf was wir gerade die Aufmerksamkeit richten, picken wir sozusagen als kleinen Ausschnitt des Ganzen heraus und nehmen das wahr.

 

Im Trubel dieser Welt (außen) ist es oftmals so hektisch und laut, daß er uns ganz gefangen nimmt und wir vergessen, daß es fortwährend auch den stillen Raum gibt – immer und unbegrenzt. Wenn wir uns dessen gewahr werden, können wir sowohl „innen“ als auch „außen“ präsent sein.

Ruhe und Gelassenheit im größten Chaos sozusagen ist dann möglich.

 

 

Fazit:

 

Es hat also den Anschein, als gäbe es ein Innen und ein Außen. Da gibt es mich und meine Innenwelt UND die anderen, die Welt, Gott, alle Materie...

Dies ist jedoch eine Illusion. Die Illusion eines sich getrennt fühlenden Individuums. Meine Identifikation mit einer Person.

 

Alles ist mit allem verbunden. Alles, was erscheint, ist Energie, ist Schwingung. Und völlig neutral.

Und ich entscheide, wo meine Lampe hinleuchtet. Wo ich meinen Fokus hinlenke. Was ich erfahren möchte. Welche Bedeutung ich etwas gebe. In jedem Augenblick. Jede Wirkung hat ihre Ursache. Jede Ursache hat eine Wirkung.

Wir sind Schöpfer unseres Erlebens. Wie innen, so außen. Wie außen, so innen. Die Entscheidung liegt bei uns.  - 

So scheint es. In diesem göttlichen Spiel. Jeder spielt seine Rolle... Dies gehört alles zur Illusion, denn:

 

Es gibt nur EINS.  Stille/Nichts/Quelle/Gott... - unergründlich, unberührt, unendlich, grenzenlos, unbenennbar, unbeschreiblich - was als Bewußtsein in unzähligen Verkleidungen erscheint.

Die Einheit des Seins ist allumfänglich.

So könnte man vielleicht sagen.

 

 

In Wirklichkeit gibt es keine Trennung. Kein Innen, kein Aussen, kein Ich, kein Du.

 

Wir sind ALLE der EINE Schöpfer, das EINE Bewußtsein.

 

Leben IST. Punkt.

 

10.01.2020

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